Zurück zu Wissen

Kosten

Wie viel kostet dich jeder leere Kilometer?

Jeder leere Rückweg kostet Diesel, den kein Kunde bezahlt. Nur steht er auf keiner Rechnung. So rechnest du aus, was dich deine Leerkilometer wirklich kosten, und woran du siehst, wo sie entstehen.

von TourlyOne

Teilen
05. Juli 2026|6 Min. Lesezeit
Fahrer am weißen Transporter in der Abenddämmerung nach der letzten Tour des Tages

Ein Fahrzeug bringt die Ladung zum Kunden und rollt danach leer zurück zum Hof. Für dich fühlt sich das normal an, die Tour ist ja erledigt. Nur war diese Rückfahrt voller Tank, bezahlter Fahrer und null Umsatz.

Leerkilometer sind die Kosten, die auf keiner Rechnung stehen. Genau deshalb übersieht man sie so leicht. Rechnen wir einmal aus, was sie dich kosten.

Was ein Leerkilometer überhaupt ist

Nicht nur die leere Heimfahrt zählt. Ein Leerkilometer ist jede gefahrene Strecke ohne bezahlte Ladung. Dazu gehören:

  • Die leere Rückfahrt, nachdem die Ware abgeladen ist.
  • Die Anfahrt vom Hof zum ersten Kunden am Morgen.
  • Umwege und Schleifen, weil die Tour schlecht sortiert war.
  • Fahrten zur Tankstelle, zur Werkstatt oder zurück ins Depot zwischendurch.

Ein Teil davon ist unvermeidbar. Der Weg zum ersten Kunden und zurück fällt immer an. Ein anderer Teil ist hausgemacht: leere Rückfahrten, die sich mit einer Rückladung füllen ließen, oder Umwege, die bei besserer Planung wegfallen. Der erste Schritt ist nicht, sie zu senken. Der erste Schritt ist, sie überhaupt zu sehen.

So rechnest du die Kosten aus

Die Formel ist simpel:

Leer-Kilometer × Kosten pro Kilometer = Leer-Kosten.

Die Frage ist nur, welche Kosten pro Kilometer du ansetzt. Nicht die Vollkosten. Leasing, Versicherung und Steuer fallen sowieso an, egal ob das Fahrzeug leer oder voll fährt. Was der leere Kilometer zusätzlich kostet, sind die variablen Kosten: vor allem der Diesel, dazu ein bisschen Verschleiß. Bei einem Sprinter liegt das meist zwischen 20 und 40 Cent pro Kilometer. Wie du deinen echten Satz ermittelst, steht in Was kostet ein Sprinter pro Kilometer.

Ein Beispiel. Die Zahlen sind illustrativ und sehen bei dir anders aus, das Muster bleibt aber gleich:

Ein Sprinter fährt am Tag 220 Kilometer. Davon sind 55 leer, also Anfahrt plus leere Rückfahrt. Mit 25 Cent variablen Kosten pro Kilometer sind das:

  • Am Tag: 55 km mal 0,25 Euro macht knapp 14 Euro.
  • Klingt nach wenig. Aber übers Jahr: 14 Euro mal 220 Arbeitstage sind rund 3.000 Euro. Pro Fahrzeug.
  • Bei fünf Sprintern reden wir über 15.000 Euro im Jahr, für Kilometer, die kein Kunde bezahlt.

So schnell wird aus einem Tagesbetrag, der niemandem auffällt, eine Summe, die wehtut.

Fahrer belädt den Transporter am Depot
Die Hinfahrt ist beladen und bezahlt. Für die leere Rückfahrt zahlt kein Kunde.

Die bessere Kennzahl: die Leerfahrt-Quote

Absolute Kilometer schwanken von Tag zu Tag. Vergleichbar wird es erst mit der Leerfahrt-Quote: der Anteil der leeren Kilometer an der gesamten Strecke.

Leer-Kilometer geteilt durch Gesamt-Kilometer, mal hundert.

Als grobe Orientierung:

Leerfahrt-QuoteLeer-km pro Tag*Leer-Kosten pro Jahr je Sprinter*
15 Prozent33 kmrund 1.800 Euro
25 Prozent55 kmrund 3.000 Euro
35 Prozent77 kmrund 4.200 Euro

*Beispiel: 220 gefahrene Kilometer am Tag, 25 Cent variable Kosten, 220 Arbeitstage.

Eine Quote von 35 statt 25 Prozent klingt nach einem kleinen Unterschied. In Euro sind es über tausend Euro im Jahr, pro Fahrzeug. Genau deshalb lohnt es sich, die Quote im Blick zu behalten, statt nur die abgehakten Touren.

Warum du die Leerfahrten in Excel nicht siehst

Das eigentliche Problem ist nicht das Rechnen. Die Formel kennst du jetzt. Das Problem ist, an die Zahlen überhaupt heranzukommen.

In der Dispo-Tabelle steht die Tour als erledigt. Die leere Rückfahrt taucht dort nirgends auf, weil sie kein Auftrag ist und niemand sie einträgt. Du siehst die bezahlten Kilometer, aber nicht die leeren. Und was du nicht siehst, kannst du nicht senken. Die Leerfahrt bleibt genau deshalb Jahr für Jahr im Betrieb, weil keine Tabelle sie dir je vorrechnet.

Wie du die Leerkilometer sichtbar machst

Hier hilft die GPS-Spur, die dein Fahrzeug ohnehin hinterlässt. Die Leerfahrten-Analyse in TourlyOne nimmt diese Spur und zerlegt den Tag je Sprinter. Du wählst Fahrzeug und Datum und bekommst fünf Zahlen auf einen Blick:

  • Schicht: die gesamte gefahrene Strecke des Tages.
  • Bezahlte Fahrten: die Kilometer, die zu Aufträgen gehören.
  • Leerfahrt: der Rest, also Schicht minus bezahlt.
  • Leer-Kosten: die leeren Kilometer mal deinem hinterlegten Satz pro Kilometer, in Euro.
  • Quote: der Anteil Leerfahrt, mit einer Ampel. Grün unter 15 Prozent, gelb bis 30, rot darüber.

Dazu eine Karte der tatsächlichen Fahrt, damit du siehst, wo die leeren Kilometer entstanden sind. Und eine Liste der Stopps, die zu keinem Auftrag passen, also mögliche Umwege oder private Abstecher.

Auswertung am Laptop mit Karte der Fahrten und Kosten je Fahrzeug
Aus der GPS-Spur wird eine Zahl: wie viele Kilometer leer liefen und was sie gekostet haben.

Ein ehrlicher Hinweis zum Euro-Betrag: Gerechnet wird mit dem Satz pro Kilometer, den du je Fahrzeug hinterlegst, also im Kern deinem Diesel-Anteil. Die Analyse zeigt dir damit, was die leeren Kilometer an Sprit kosten, nicht die kompletten Vollkosten. Und genau das willst du an dieser Stelle wissen: was dich der leere Kilometer extra kostet.

Was du gegen Leerkilometer tun kannst

Sichtbar machen ist das eine, senken das andere. Das ist ein Thema für sich, deshalb hier nur die drei größten Hebel:

  • Rückladungen organisieren. Wer weiß, wann welches Fahrzeug wo leer wird, kann für den Rückweg eine Fracht suchen.
  • Touren besser sortieren. Damit ein Fahrzeug nicht kreuz und quer durch die Region fährt, sondern eine sinnvolle Runde dreht.
  • Anfahrten bündeln. Kunden in derselben Ecke auf dieselbe Tour legen, statt jeden einzeln anzufahren.

Wie du da konkret rangehst, haben wir hier gesammelt: Leerfahrten reduzieren.

TourlyOne ist für kleine Sprinter-Flotten gebaut, die genau solche stillen Kosten in den Griff bekommen wollen, ohne dafür eine IT-Abteilung zu brauchen. Touren, GPS-Ortung und Auswertung laufen im Browser zusammen. Server in Deutschland, DSGVO-konform, in einem Tag startklar.

Willst du wissen, wie hoch deine Leerfahrt-Quote wirklich ist? Buch dir eine kurze Demo, wir schauen es uns an deinen Fahrzeugen an. Kostenlos und unverbindlich: Demo buchen.

Häufige Fragen

Welche Kosten pro Kilometer soll ich für Leerkilometer ansetzen? Die variablen, also vor allem Diesel und ein bisschen Verschleiß. Meist 20 bis 40 Cent pro Kilometer. Die Fixkosten wie Leasing und Versicherung lässt du hier weg, die fallen ohnehin an, egal ob voll oder leer gefahren wird.

Sind alle Leerkilometer vermeidbar? Nein. Die Anfahrt zum ersten Kunden und der Weg zurück zum Depot gehören dazu. Das Ziel ist nicht null, sondern die hausgemachten Umwege und die leeren Rückfahrten zu senken, die sich mit einer Rückladung füllen ließen.

Ab welcher Quote sollte ich aktiv werden? Als Faustregel: unter 15 Prozent ist gut, ab 30 Prozent wird es teuer. Wichtiger als der einzelne Wert ist der Vergleich zwischen den Fahrzeugen und die Entwicklung über die Zeit. Ein Sprinter, der dauerhaft über den anderen liegt, ist das erste, wo du hinschaust.

Woher kommen die Leer-Kilometer-Daten? Aus der GPS-Spur des Fahrzeugs, abgeglichen mit den Aufträgen des Tages. Was gefahren wurde, aber keinem Auftrag zugeordnet ist, zählt als leer. Du musst nichts von Hand mitschreiben.

Stand: Juli 2026. Die Beispielrechnungen sind illustrativ und ersetzen keine eigene Kalkulation.

Schluss mit Excel-Chaos in der Disposition.

TourlyOne bündelt Aufträge, Touren, Fahrer-App und Live-GPS auf einer Plattform.

Demo buchen