Zurück zu Wissen

Kosten

Was kostet ein Sprinter pro Kilometer? Vollkostenrechnung 2026

Ein Kunde fragt nach dem Kilometerpreis, und du schätzt. Hier rechnen wir den Sprinter ehrlich durch: Fixkosten, variable Kosten, der Fahrer und die Leerkilometer. Am Ende weißt du, warum aus 48 Cent schnell 1,90 Euro werden und welche Zahl du beim Angebot wirklich brauchst.

von TourlyOne

Teilen
05. Juli 2026|8 Min. Lesezeit
Weißer Sprinter steht morgens startklar auf dem Hof einer kleinen Spedition

Ein Kunde ruft an und will einen festen Kilometerpreis. Oder du sitzt über einem Angebot und tippst eine Zahl ein, die sich richtig anfühlt. 1,20 Euro pro Kilometer? Klingt gut. Aber weißt du, ob du damit Geld verdienst oder draufzahlst?

Die ehrliche Antwort kennen die wenigsten. Der Sprinter kostet nicht das, was an der Zapfsäule steht. Er kostet auch dann Geld, wenn er auf dem Hof steht. Und der teuerste Teil sitzt am Steuer.

Rechnen wir es einmal sauber durch. Am Ende hast du eine Hausnummer für deinen eigenen Betrieb und weißt, welche Zahl du beim nächsten Angebot wirklich brauchst.

Warum die Frage schwerer ist, als sie klingt

Die Kosten eines Sprinters teilen sich in zwei Töpfe. Den Unterschied musst du verstehen, sonst rechnest du dich arm oder reich.

Fixkosten fallen an, egal ob das Fahrzeug fährt oder in der Halle steht. Leasingrate, Versicherung, Steuer. Ob du 20.000 oder 50.000 Kilometer im Jahr fährst, die Rate bleibt gleich.

Variable Kosten entstehen pro Kilometer. Diesel, Reifen, Verschleiß, Wartung. Fährst du mehr, zahlst du mehr.

Daraus folgt eine einfache Wahrheit: Je mehr Kilometer dein Sprinter im Jahr macht, desto günstiger wird jeder einzelne. Denn die Fixkosten verteilen sich auf mehr Strecke. Ein Sprinter, der halb rumsteht, hat einen viel höheren Kilometerpreis als einer, der gut ausgelastet ist.

Die Fixkosten: was der Sprinter kostet, bevor er losfährt

Nehmen wir einen typischen Betrieb: ein 3,5-Tonnen-Sprinter, rund 40.000 Kilometer im Jahr. Alle Zahlen sind Beispielwerte, deine können abweichen. Die Größenordnung passt aber für viele kleine Flotten.

Fixkosten pro JahrBeispielbetrag
Wertverlust oder Leasingrate6.000 €
Versicherung (gewerblich, Haftpflicht + Teilkasko)1.800 €
Kfz-Steuer260 €
TÜV, UVV, Verwaltung, Stellplatz640 €
Summe8.700 €

Bei 40.000 Kilometern sind das rund 22 Cent pro Kilometer, nur fürs Bereitstellen. Fährt derselbe Sprinter nur 20.000 Kilometer, verdoppelt sich dieser Anteil auf gut 43 Cent. Gleiche Kosten, halbe Strecke. Deshalb ist ein leerstehender Sprinter der teuerste von allen.

Die variablen Kosten: was jeder Kilometer wirklich frisst

Jetzt der Teil, der mit der Strecke wächst. Wichtig für dich als Spedition: Diesel rechnest du netto, weil du die Mehrwertsteuer als Vorsteuer zurückholst.

Variable Kosten pro kmBeispielwert
Diesel (11 l/100 km, netto ~1,50 €/l)0,17 €
Wartung und Reparatur0,06 €
Reifen0,02 €
AdBlue, Öl, Kleinteile0,01 €
Summe0,26 €

Der Dieselpreis ist 2026 der wackeligste Posten von allen. Im Frühjahr lag er im Schnitt über zwei Euro pro Liter, im Sommer wieder darunter. Trag also deinen eigenen Wert ein, nicht meinen.

Zählst du beide Töpfe zusammen, landest du bei rund 48 Cent pro gefahrenem Kilometer. Das sind die reinen Fahrzeugkosten. Die üblichen Kostenvergleiche nennen für einen Sprinter je nach Modell und Spritpreis grob 35 bis 50 Cent. Passt zu unserer Rechnung, der teure Diesel 2026 schiebt sie ans obere Ende.

Und jetzt kommt der Haken: Diese 48 Cent sind noch nicht dein Preis. Der Fahrer fehlt.

Ein Betriebsinhaber sortiert am Schreibtisch Tankbelege und Werkstattrechnungen neben Taschenrechner und Laptop
Tankbelege, Werkstattrechnungen, Leasingrate: Die echten Kosten pro Kilometer stehen auf keiner einzelnen Rechnung.

Der Fahrer: die Zahl, die alles ändert

Ein Sprinter fährt nicht von allein. Und der Fahrer ist mit Abstand der größte Brocken.

Rechne ihn ehrlich mit Arbeitgeberkosten. Ein Bruttolohn von 2.800 Euro im Monat wird mit Sozialabgaben, Urlaub und Ausfallzeiten schnell zu rund 42.000 Euro im Jahr. Verteilt auf 40.000 Kilometer sind das noch einmal gut 1,05 Euro pro Kilometer.

Damit sieht die Rechnung so aus:

  • Fahrzeugkosten: 0,48 €/km
  • Fahrer: 1,05 €/km
  • Vollkosten mit Fahrer: rund 1,50 €/km

Das ist die Zahl, die zählt, wenn du eine Fahrt mit eigenem Fahrer anbietest. Nicht die 48 Cent, nicht der Spritpreis. Rund anderthalb Euro pro Kilometer, bevor du einen Cent verdient hast.

Und auch hier gilt: Je weniger Kilometer der Fahrer produktiv fährt, desto teurer wird jeder. Wer viel im Stau steht, lädt oder wartet, treibt den Kilometerpreis hoch, weil die Lohnkosten weiterlaufen.

Der stille Preistreiber: Leerkilometer

Jetzt der Teil, den fast alle vergessen. Nicht jeder gefahrene Kilometer ist ein bezahlter Kilometer.

Du fährst zum Kunden, lädst, bringst die Ware hin und fährst leer zurück. Diese Leerfahrt kostet dich vollen Sprit, vollen Fahrerlohn, vollen Verschleiß. Nur bezahlt sie dir niemand.

Rechne es durch. Unser Sprinter kostet im Jahr rund 61.000 Euro (8.700 Euro fix, 10.400 Euro variabel, 42.000 Euro Fahrer). Fährt er 40.000 Kilometer und davon jeden fünften leer, bleiben nur 32.000 bezahlte Kilometer übrig. Teile die vollen Kosten durch die bezahlte Strecke:

61.000 € ÷ 32.000 km = 1,90 € pro bezahltem Kilometer

Aus 1,50 Euro werden fast 1,90 Euro, nur wegen der Leerfahrten. Jeder Leerkilometer, den du vermeidest, geht direkt in deine Marge. Wie du sie systematisch angehst, liest du in Leerfahrten reduzieren.

Was das für deinen Preis bedeutet

Drei Zahlen solltest du im Kopf haben, nicht eine:

  1. Reine Fahrzeugkosten (~48 Cent/km): interessant, wenn ein Kunde nur das Fahrzeug ohne Fahrer least oder du intern kalkulierst.
  2. Vollkosten mit Fahrer (~1,50 €/km): deine echte Untergrenze für eine Fahrt mit eigenem Personal.
  3. Kosten pro bezahltem Kilometer (~1,90 €/km): was du wirklich decken musst, wenn Leerfahrten dabei sind.

Bietest du 1,20 Euro pro Kilometer an, klingt das nach einem fairen Preis. In Wahrheit zahlst du bei jeder Fahrt drauf. Genau deshalb ist Schätzen so gefährlich. Du siehst den Verlust erst am Jahresende, wenn er längst passiert ist.

Die Zahlen, die du nicht schätzen solltest, kannst du messen

Die Vollkostenrechnung oben machst du einmal mit Papier und deinen eigenen Beträgen. Leasing, Versicherung und Steuer stehen in deinen Verträgen, die musst du nicht jeden Monat neu suchen.

Anders ist es bei den laufenden Brocken. Was dein Sprinter wirklich an Sprit pro Kilometer zieht, was die Werkstatt pro Kilometer kostet, ob eine Tour überhaupt etwas abwirft: Das ändert sich ständig, und genau das solltest du nicht raten. Hier setzt TourlyOne an.

  • Echte Spritkosten pro Kilometer, je Sprinter. Deine Tankkarten-Abrechnungen (zum Beispiel DKV) laufen automatisch ein, auch per E-Mail-Postfach. TourlyOne rechnet die getankten Liter gegen die per GPS gefahrenen Kilometer und zeigt dir den echten Verbrauch in Litern pro 100 Kilometer, den Durchschnittspreis pro Liter und die Spritkosten pro Kilometer. Aus Belegen, nicht geschätzt. Springt ein Wert plötzlich hoch, meldet das System den Verdacht.
  • Werkstattkosten pro Kilometer. Im Bericht siehst du pro Sprinter, was Wartung und Reparatur im Monat gekostet haben, umgerechnet auf den Cent pro Kilometer.
  • Fahrer-Lohnkosten je Tour. Über die erfassten Arbeitszeiten und deine DATEV-Lohnauswertung ordnet TourlyOne die Personalkosten den Fahrten zu, statt mit einer groben Pauschale zu rechnen.
  • Deckungsbeitrag pro Tour und pro Fahrzeug. Erlös minus Sprit minus Personal, für jede Fahrt. Du siehst eine Rangliste deiner Sprinter nach Cent pro Kilometer und, noch wichtiger, welche Touren im Minus fahren.

Bleiben wir ehrlich. TourlyOne spuckt dir keine fertige betriebswirtschaftliche Vollkosten-Zahl inklusive Abschreibung und Versicherung aus. Diese Fixkosten pflegst du einmal selbst. Die Software kümmert sich um den beweglichen Teil, den man von Hand nie sauber zusammenbekommt: den echten Sprit, die echte Werkstatt, den echten Lohn pro Tour. Damit rechnest du nicht mehr mit Bauchgefühl, sondern mit deinen eigenen Zahlen.

Ein Disponent schaut ruhig auf den Laptop, durchs Fenster betankt ein Fahrer einen weißen Sprinter
Wenn jeder Tankvorgang und jede Tour am selben Ort landen, kennst du deinen Kilometerpreis, ohne zu rechnen.

So kommst du zu deiner eigenen Zahl

Du brauchst kein BWL-Studium. Vier Schritte bringen dich zu einer belastbaren Zahl:

  1. Sammle deine Fixkosten für einen Sprinter: Leasingrate oder Wertverlust, Versicherung, Steuer, Prüfungen. Teile die Jahressumme durch deine Jahreskilometer.
  2. Nimm deine variablen Kosten dazu: echten Spritverbrauch netto, Reifen, Wartung. Ein Blick in die letzten Tankbelege reicht als Start.
  3. Rechne den Fahrer mit, mit vollen Arbeitgeberkosten, nicht nur dem Bruttolohn.
  4. Schätze deinen Leerfahrten-Anteil und teile die Vollkosten durch die bezahlten Kilometer. Das ist deine ehrliche Untergrenze.

Diese vier Zahlen legst du einmal fest. Danach hältst du sie mit den gemessenen Werten aus dem Alltag frisch.

Willst du sehen, wie TourlyOne dir Spritkosten, Werkstattkosten und Deckungsbeitrag pro Sprinter zeigt? Buch dir eine kurze Demo, kostenlos und unverbindlich: Demo buchen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Sprinter pro Kilometer im Jahr 2026? Die reinen Fahrzeugkosten eines 3,5-Tonners liegen je nach Dieselpreis und Laufleistung grob bei 35 bis 50 Cent pro Kilometer. Mit Fahrer landest du schnell bei rund 1,50 Euro, und mit Leerfahrten kann der bezahlte Kilometer fast 1,90 Euro kosten.

Warum ist der Kilometerpreis mit Fahrer so viel höher? Weil der Fahrer der größte Kostenblock ist. Mit vollen Arbeitgeberkosten kommt ein Fahrer schnell auf rund 42.000 Euro im Jahr. Verteilt auf die gefahrenen Kilometer ist das oft mehr als alle Fahrzeugkosten zusammen.

Zählt die LKW-Maut für meinen Sprinter? Reine Sprinter unter 3,5 Tonnen sind mautfrei. Erst darüber wird es mautpflichtig. Für die klassische Sprinter-Flotte fällt dieser Posten in der Rechnung weg.

Warum sind Leerkilometer so teuer? Weil sie volle Kosten verursachen und keinen Erlös bringen. Sprit, Lohn und Verschleiß laufen weiter, nur bezahlt sie niemand. Jeder vermiedene Leerkilometer verbessert deinen Preis pro bezahltem Kilometer direkt.

Rechnet TourlyOne meine Vollkosten pro Kilometer automatisch aus? Nicht die komplette betriebswirtschaftliche Zahl inklusive Abschreibung und Versicherung. Diese Fixkosten pflegst du selbst. TourlyOne misst dir aber die laufenden Werte aus deinen Belegen: echten Sprit pro Kilometer je Sprinter, Werkstattkosten pro Kilometer und den Deckungsbeitrag pro Tour.

Quellen

  • Statistisches Bundesamt, Kraftstoffpreise im EU-Vergleich: destatis.de
  • ADAC, Entwicklung der Kraftstoffpreise in Deutschland: adac.de
  • Fuhrpark.de, Betriebskosten Transporter im Vergleich (Kosten pro Kilometer): fuhrpark.de

Stand: Juli 2026. Die Beispielrechnung ist illustrativ und ersetzt keine individuelle Kalkulation. Setz deine eigenen Werte für Diesel, Laufleistung und Lohn ein.

Schluss mit Excel-Chaos in der Disposition.

TourlyOne bündelt Aufträge, Touren, Fahrer-App und Live-GPS auf einer Plattform.

Demo buchen