Stell dir vor, einer deiner Fahrer steigt am Montag in den Sprinter, wie jeden Tag. Was du nicht weißt: Sein Führerschein ist seit drei Wochen weg, kassiert wegen zu vieler Punkte. Gesagt hat er dir nichts. Und dann passiert ein Unfall.
Ab diesem Moment geht es nicht mehr nur um ihn. Es geht um dich. Denn als Halter bist du dafür verantwortlich, dass nur Leute mit gültiger Fahrerlaubnis deine Fahrzeuge bewegen. Diese Verantwortung heißt Führerscheinkontrolle, und sie ist Pflicht.
Das Unangenehme daran: Anders als bei Tacho oder Maut kannst du dich hier nicht mit dem Gewicht deiner Fahrzeuge herausreden. Die Pflicht hängt nicht an 3,5 Tonnen. Sie gilt für jeden, der für dich am Steuer sitzt.
Was die Führerscheinkontrolle ist und warum sie dich trifft
Halter deiner Firmenfahrzeuge bist in der Regel du. Und § 21 des Straßenverkehrsgesetzes sagt klar: Wer als Halter anordnet oder zulässt, dass jemand ohne die nötige Fahrerlaubnis fährt, macht sich strafbar.
Du kannst niemandem in den Geldbeutel schauen. Ob ein Schein noch gültig ist, ob er entzogen wurde, ob die Klasse überhaupt zum Fahrzeug passt, das siehst du nur, wenn du nachsiehst. Genau das ist die Kontrolle. Du prüfst, ob eine gültige Fahrerlaubnis vorliegt und ob sie zu dem Fahrzeug passt, das der Fahrer bewegt.
Warum das kein Papierkram ist, sondern Strafrecht
Viele behandeln die Führerscheinkontrolle wie eine lästige Formalie. Das ist sie nicht. Lässt du jemanden ohne Fahrerlaubnis fahren, ist das eine Straftat, keine Ordnungswidrigkeit. Im Gesetz stehen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Schon Fahrlässigkeit reicht für eine Strafe.
Dazu kommt das Geld. Hatte der Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis, kann deine Haftpflicht bis zu 5.000 Euro von dir zurückfordern. Deine Kaskoversicherung kann den Schaden ganz ablehnen. Ein einziger Fall kann dich also mehr kosten als Jahre an Software.
Niemand erwartet, dass du jeden Tag misstrauisch wirst. Aber der Gesetzgeber erwartet, dass du regelmäßig hinschaust und das auch belegen kannst.
Wie oft, und was als Kontrolle zählt
Eine feste Zahl nennt das Gesetz nicht. In der Praxis hat sich durchgesetzt, was die Berufsgenossenschaften empfehlen: zweimal im Jahr, in unregelmäßigen Abständen, damit kein Fahrer den Termin schon vorher kennt. Einen neuen Fahrer kontrollierst du vor der ersten Fahrt.
Eine Sichtkontrolle genügt. Du nimmst den Führerschein in die Hand, prüfst Gültigkeit und Klasse und hältst das Ergebnis fest. Drei Dinge gehören in den Nachweis: wer wurde geprüft, wann, und mit welchem Ergebnis.
Das Wort festhalten ist der Knackpunkt. Eine Kontrolle, die du nicht belegen kannst, zählt im Streit so viel wie keine.

Der Haken an der Zettelwirtschaft
Sagen wir, du kontrollierst gewissenhaft. Trotzdem gibt es zwei Schwachstellen. Die erste ist die Frist. In der Hochsaison, bei Krankheit, bei einem neuen Mitarbeiter rutscht ein Termin durch. Plötzlich liegt die letzte Kontrolle vierzehn Monate zurück, und keiner hat es gemerkt.
Die zweite ist der Beweis. Kommt es zum Unfall oder schaut die Berufsgenossenschaft genauer hin, musst du zeigen: Ich habe meine Pflicht erfüllt. Eine Excel-Liste, in der jeder nachträglich ein Datum ändern kann, überzeugt da niemanden. Du brauchst einen Nachweis, an dem man nicht rütteln kann.
So nimmt dir TourlyOne die Kontrolle ab
Genau hier setzt TourlyOne an. Für jeden Fahrer dokumentierst du die Sichtkontrolle mit einem Klick. Festgehalten wird, wer wann geprüft hat. Der Eintrag ist unveränderbar, eine Korrektur kommt als neue Zeile dazu. Damit hast du einen Nachweis, der auch hält.
Um die Fristen musst du dich nicht mehr selbst kümmern. Das System rechnet aus, wann die nächste Kontrolle dran ist. Auf dem Dashboard siehst du unter „Demnächst fällig", welche Kontrollen anstehen, und arbeitest sie als Sammelaktion ab. Ist ein Fahrer überfällig, steht es rot daneben. Bei einem neuen Fahrer, der noch nie geprüft wurde, zeigt dir das System „Erstkontrolle steht aus", bevor er das erste Mal losfährt.
Deine Fahrer können ihren Führerschein außerdem als Foto über die Fahrer-App schicken. Das hilft, wenn einer selten im Hof ist. Aber sei dabei ehrlich zu dir: Das Foto ist eine Vorabmeldung, die richtige Sichtkontrolle ersetzt es nicht. Den Schein musst du einmal selbst in der Hand gehabt haben. Danach hältst du mit den Selbstmeldungen die Zeit dazwischen im Blick.

Was du diese Woche tun solltest
Du musst das nicht groß aufziehen. Fünf Schritte bringen dich auf die sichere Seite:
- Schreib alle Fahrer auf, die einen Firmenwagen bewegen. Auch Aushilfen, Springer und dich selbst.
- Mach bei jedem die erste Sichtkontrolle. Schein in die Hand, Gültigkeit und Klasse gegen das Fahrzeug prüfen.
- Halt jede Kontrolle fest: Name, Datum, Ergebnis. An einem Ort, den du wiederfindest, nicht auf einem losen Zettel.
- Leg ein Intervall fest. Üblich ist halbjährlich. Trag dir die nächste Frist gleich ein, statt sie im Kopf zu behalten.
- Nimm neue Fahrer vor der ersten Fahrt dran, nicht erst beim nächsten Sammeltermin.
Wo Software hilft, und wo nicht
Bleiben wir ehrlich. Software fährt nicht für dich, und sie ersetzt nicht deinen Blick auf den Schein. Was sie dir abnimmt, ist der Teil drumherum: die Fristen im Auge behalten, den Nachweis sauber und unveränderbar ablegen, dich rechtzeitig erinnern, bevor eine Kontrolle überfällig wird.
TourlyOne ist für genau diese Betriebsgröße gemacht: kleine Transport- und Kurierflotten, die den Überblick behalten wollen, ohne eigene IT. Dispo, Fahrer-App, GPS und Abrechnung laufen im Browser an einem Ort. Die Daten liegen auf Servern in Deutschland, und du bist an einem Tag startklar.
Dieselbe Logik gilt für andere Pflichten, die im Alltag leicht untergehen. Wie du beim Thema Lenkzeiten und der neuen Tachograph-Pflicht den Überblick behältst, liest du in Tachograph-Pflicht für Transporter.
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Häufige Fragen
Gilt das auch für meine Sprinter unter 3,5 Tonnen? Ja. Die Pflicht hängt nicht am Gewicht des Fahrzeugs, sondern daran, dass du Halter bist und jemand für dich fährt. Anders als bei Tacho oder Maut ist hier wirklich jeder Betrieb dran, vom einzelnen Sprinter bis zur gemischten Flotte.
Wie oft muss ich genau kontrollieren? Eine feste Zahl steht nicht im Gesetz. Durchgesetzt hat sich zweimal im Jahr in unregelmäßigen Abständen. Einen neuen Fahrer prüfst du vor der ersten Fahrt.
Reicht ein Foto vom Führerschein? Als Zwischenschritt hilft ein Foto, die richtige Sichtkontrolle ersetzt es aber nicht. Du musst den Schein einmal selbst in der Hand gehabt haben. Danach kannst du mit Foto-Meldungen die Abstände überbrücken.
Was, wenn ein Fahrer die Kontrolle verweigert? Mitwirken gehört zum Job. Ohne gültige Fahrerlaubnis darf er den Firmenwagen nicht bewegen, so einfach ist das. Bleibt es bei der Weigerung, klär den Fall arbeitsrechtlich, bevor er wieder fährt.
Ich arbeite mit Subunternehmern, nicht mit Angestellten. Muss ich die auch prüfen? Subunternehmer sind in der Regel selbst Halter ihrer Fahrzeuge und für ihre Fahrer verantwortlich. Für deine eigenen Leute auf deinen Fahrzeugen bleibt die Kontrolle aber deine Aufgabe.
Quellen
- § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG), Fahren ohne Fahrerlaubnis: gesetze-im-internet.de
- DGUV Vorschrift 70 (Fahrzeuge) und Praxis der Führerscheinkontrolle im Fuhrpark, Übersicht bei Autoflotte: autoflotte.de
Stand: Juni 2026. Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel hilft dir ein Anwalt für Verkehrsrecht oder deine Berufsgenossenschaft weiter.
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